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009_moneypenny
Bild: Oliver Pietern  Text: Nadine Michalski
  unfertige Zeichnung in Softpastell auf DIN A 2

Money-Penny (unfertige Zeichnung..)

Ein Grund für diese Ausstellung ist für mich die Geschichte von Money-Penny, eine Geschichte die betroffen macht und unter die Haut geht. Mit diesem Bild und dieser Geschichte sollte einer Katze gedacht werden, die es einfach verdient hat! Deshalb nehmen Sie sich bitte 5 min Zeit um dieses Katzenleben auf sich wirken zu lassen...

Geschichte von Money-Penny

Money-Penny war eine Nicht-Katze. Sie war zwar da aber niemand wollte sie haben. Niemand konnte mit ihr so recht etwas anfangen. Anfangs war sie auch wirklich scheu und ließ sich gar nicht anfassen, aber mit der Zeit und sehr viel Liebe kam auch Money-Penny langsam aus sich heraus. Es kristallisierte sich mehr und mehr heraus, dass sie irgendwann mal schlechte Erfahrungen gemacht haben muss, denn sie hatte große Angst vor Händen. Wir vermuteten, dass man sie wohl mal geschlagen haben muss.

Tja und da war sie dann, diese Nicht-Katze. Sie war keine Schönheit mit ihrem ordinären Tigerfell, sie hatte nichts was potentielle Interessenten angelockt hätte. Da waren so viele Tiere im Katzenhaus die sich regelrecht angebiedert haben, aber sie saß nur da und schaute die Besucher an. In ihrem Blick eine Sehnsucht, die niemand erkannte. In ihrem Blick so viel Trauer und Schmerz dass viele Leute nicht einmal in ihre Box gingen. Taten sie es doch waren sie meist so verunsichert, dass Money-Penny nicht wusste, wie sie damit umgehen sollte, oder sie hatten eine bestimmte Art die Penny nicht mochte. Sie waren laut und aufdringlich und da bekam sie große Angst. Entweder versteckte sie sich, oder versuchte sich vor allzu fordernden Händen zu verteidigen.

Sie war durch und durch fair. Nie kratzte sie ohne Warnung. Der erste „Schlag“ erfolgte immer mit Samtpfötchen ohne Krallen, sie wollte niemanden verletzten.

Und da saß sie dann: unverstanden, ungewollt tagein, tagaus.

Wir hatten aber das Glück, diese Katze erleben zu dürfen, denn so muß man es nennen. Diese Katze konnte man nur erleben. Sie saß argwöhnisch schauend in ihrer Box, ich setzte mich neben sie, stellte mich ihr vor und blieb höflich. Ich schaute in ihre Augen, blinzelte ihr zu und dann kam sie…

Sie ließ sich streicheln und genoß es aus vollen Zügen. Für einen ganz kurzen Moment war sie in der Lage Schmerz, Trauer und Angst abzuschütteln und einfach mal loszulassen. Viel zu schnell kam aber die ungeliebte Realität und da war sie dann wieder, diese Angst. Ich spürte ihr weiches Pfötchen auf meiner Hand was mir signalisierte: „Bitte, genug!“ Ich habe es akzeptiert und sie war dankbar, dass sie mich nicht schlagen musste. Anschließend haben wir dann gespielt und hierbei konnte ich die wahre, echte Money-Penny sehen. Eine Katze so unbeschwert wie ein Kätzchen. Mit leuchtenden Augen voller Weisheit und verkörperter Anmut jagte und fing sie besser als alle Katzen, die ich bis dahin gesehen hatte. Meisterlich vollführte sie Sprünge und in ihren Augen lag das Glück der Erde. Sie wurde des Spielens nie überdrüssig und mein Herz ist zersprungen wenn ich gehen musste. Ich ließ sie dann zurück und schaute sie an, sie war glücklich wenn auch nur für einen kurzen Moment.

Ich möchte ehrlich sein: Ich liebe alle Katzen, jede einzelne! Ob gesund, nackt, frech, scheu, ich liebe sie ALLE, auch Money-Penny. Aber trotz der Zeit die ich mit ihr verbrachte habe ich den wirklichen Zugang zu ihr nicht gefunden. Auch war es für mein Herz so schwer zu ihr zu gehen, denn ich wusste, dass ich sie früher oder später wieder verlassen muss. Ihr Blick wenn ich ging, sie war so glücklich und ich hätte mir so sehr gewünscht, dass sich dieser Blick ewiglich in ihr manifestieren möge und sie immer so glücklich wäre…

Aber so sollte es niemals kommen. Niemals sollte sie das Glück finden, nachdem sie sich so sehr gesehnt hat. Niemals sollte sie den Menschen finden, der sie liebt und für den sie sich öffnen durfte. Niemals sollte sie ihre Angst vergessen, niemals sollte sie wirklich geliebt werden….

Wenn man sich um die Tiere im Katzenhaus kümmert hat man das Glück viele Tiere erleben zu dürfen und an vielen Entwicklungen, die ein Tier durchmacht, teilzuhaben. Aber man ist letztenendes nur ein Mensch mit allem was dazugehört und niemand kann sich ganz davon befreien aber man hat seine Lieblingstiere. Ich war gern bei Money-Penny, aber mein wirklicher Liebling wurde sie nicht. Das tut mir heute auch im Nachhinein sehr sehr leid, aber man kann nicht ändern was unabänderbar ist. Entweder ist da ein Band was verbindet oder nicht und so lebten wir alle unsere Paralellleben. Die Pfleger und sie…

Nur einer Person gelang es, sich ihr wirklich zu nähern, ich habe sie beide oft beobachtet und die Person still lächelnd beneidet um ihre einzigartige Gabe zu den Tieren zu reden. Und dabei ist es passiert, dabei hat sich mein Weltbild rund um die Katze geändert, ewigwährend! Money-Penny lag auf ihrem Schoß, in den Augen reine Glückseligkeit, Frieden, Liebe! Ich begriff, dass es für JEDE Katze den entsprechenden Menschen gibt. JEDE Katze ist in der Lage zu lieben, wenn man ihr nur eine kleine Change dazu gibt….

Liebe ist es, um das sich alles auf der Welt dreht, Liebe zu geben und zu empfangen. Nichts außer der Liebe allein hält uns am Leben, auch Tiere. Liebe ist so zentral so allgegenwärtig und wonach streben wir im Leben? Nach der Liebe! Worin vereinigt sich all unser Suchen? In der Liebe! Worauf können wir verzichten? Auf alles, aber nicht auf die Liebe! Was passiert wenn wir ohne Liebe sind? Wir sterben! Vielleicht sterben wir nicht im wörtlichen Sinne, aber ein Teil in uns geht und hinterlässt eine Lücke, die sich niemals wieder schließen lässt…

Und so ging es Penny…. Ihr Leben im Katzenhaus war ein Sterben im Katzenhaus, jeden Tag ein wenig mehr, bis es dann zu Ende war. Sie wurde krank und musste erlöst werden. Die Ärzte sagen, dass ihr Körper krank war, aber ich glaube sie starb einfach an einem gebrochenen Herzen voller Liebe, die sie nie geben durfte. Vielleicht haben wir auch ihren Geist erlöst, vielleicht gibt es ein Leben nach dem Tod auch für jedes Geschöpf außer dem Menschen. Vielleicht lebt ihre Seele am Ende des Regenbogens den Traum, der sich zu ihren Lebzeiten niemals erfüllen sollte….


Kleine Money-Penny, diese Zeilen sind für Dich. Sie stammen nicht von mir, doch passen sie zu Dir wie keine anderen:

„Doch irgendwo, in finsterer Nacht,
Scheint ein Stern für Dich, in seiner Pracht!
Er scheint für Dich, für all Dein Leid,
und träumt für Dich, von Geborgenheit….“

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Sie haben die Geschichte gelesen, eventuell sind sie genauso betroffen wie ich es in diesem Augenblick bin, denn diese Zeilen stammen tief aus meinem Herzen. Sie aufzuschreiben bewegte mich tief….
Aber ich bitte Sie inständig, auch im Namen aller Nicht-Katzen dieser Welt, sollten Sie irgendwann ein Tier aufnehmen wollen, geben Sie auch den Nicht-Katzen eine Change. Sie sind vielleicht anfangs nicht so schmusig und vertraut wie andere, aber WENN Sie deren Liebe einmal erworben haben, wird jeder Tag mit diesem Tier einem Wunder gleichkommen, denn eine solche Liebe ist einzigartig!!!

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Oliver Pietern
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