Da das Einsetzen von, in 3D gerenderten Objekten, in Realvideo nicht
so besonders gut aussieht und ich auch mehr Kontrolle über das Original
haben wollte (neuen Teppich legen, Wände aus Glas oder mit Text, wie
in MATRIX), habe ich die Szene komplett in C4D gestaltet.
Eine geniale Spielwiese :-))
Erstmal vorweg, da Cinema 4D nicht tracken kann und ich auch keine passende
Software dazu besitze muß ich halt mit
einer festen Kameraposition arbeiten!
Dieses Tutorial soll für Fortgeschrittene sein. Somit habe ich
auf zahlreiche Bilder und die Erläuterung jedes einzelnen Schrittes
verzichtet.
Zu den Grundlagen "Video" gibt es ein echt gutes Tutorial im
c4d-treff
Oder gleich: http://www.c4d-treff.de/html/basis_video_01.html
Punkt 1. Die Aufnahme!
Ich habe mich für den Keller entschieden, da dort keine wechselnden
Lichtverhältnisse herrschen, wie z.B. draußen bei Sonnenlicht!
Nichts ist ätzender, als wechselnde Lichtverhältnisse bei
Effektaufnahmen... (eine kleine Wolke reicht :-(( )
So, fangen wir mal mit dem an was wir an Material brauchen:
-Zollstock, Papier, Bleistift und Video- oder
Fotokamera!
Die Kamera wird auf ein Stativ gestellt und der entsprechende Bildausschnitt
festgelegt.
Danach wird die genaue Kameraposition gemessen und notiert ! (X,Y,Z)
wenn möglich Brennweite und Winkel der Kamera.
(da ich aber mit einer Videokamera gearbeitet habe, konnte ich keine
Brennweite notieren. Das Stativ ließ auch keine Messung der Winkel
zu, was aber halb so schlimm ist!)
Tja, und dann haben wir der Raum ausgemessen (alle markanten Punkte
evtl. Notizen zur Beleuchtung)
- Dann entweder ein Foto schießen oder halt ein Video drehen.
Beim Video beachten: Genug Futter aufnehmen.
- Die SFX gleich danach filmen (Leute, die durch die Gänge rennen
etc. ).
- Abschließend nochmals Futter drehen, falls evtl. die Kameraposition
bei den Aufnahmen geringfügig geändert wurde!
- Falls notwendig, Gegenschuß aufnehmen (um Hintergrund später
einzufügen...)
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Punkt 2. Vorarbeit in C4D
Nach den Plänen wird der Raum (die Räume) nachgebaut.
Dazu habe ich erstmal parametrische Objekte gewählt!
Die Kamera wird auch schon positioniert!
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Punkt 3. Importiertes Rohmaterial positionieren!
Erstmal bringen wir in den Rendersettings die Einstellungen für
die Bildgröße auf die identischen Werte wie unser importiertes
Video, oder Fotomaterial ! So haben wir nicht allzu große Probleme
mit Verzerrungen.
Die haben wir sowieso genug, da die Linsen unserer Kamera das Bild
gehörig verzerrt haben!
Danach erstellen wir ein Hintergrundobjekt und weisen ihm unser Bild
als Material zu.
In der 3D Ansicht (durch die 3D Kamera) sehen wir im Hintergrund.
Jetzt kann mit den Tasten 2 (Zoom) und 3 (Winkel) die Kamera nachjustiert
werden.
Dazu ist es praktisch im Wireframe Modus zu arbeiten!
Wichtig: nicht Taste "1" (Position) benutzen, da sonst die Kamera nicht
richtig eingestellt werden kann
Ich habe mich dazu am Raumende und an den beiden Vorsprüngen (Vorspr_re
& Vorspr_li) orientiert (also den beiden extremen). Die Vorsprünge
sind nachher in Video nicht sichtbar, da sie im nicht sichtbaren Bereich
des Videobildes liegen, helfen mir aber gewaltig bei der Kameraausrichtung
:-))
Download: Raum_1.zip
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Punkt 5. Materialien!
Einfach alles was zu dem Raum gehört, in ein leeres Objekt
schmeißen und ihm das selbe Material wie dem Hintergrund geben.
Ich habe das Bild absichtlich unter "Farbe" und nicht, wie bei den
meisten unter "Leuchten" eingetragen, damit ich später besser mit
Schatten usw. arbeiten kann. Mit dem Bild bei "Leuchten" erzielt man natürlich
erstmal
bessere Ergebnisse!
In der "Projektion" Frontal-Mapping einstellen.
So, jetzt mal Proberendern.
Sieht schon recht nett aus :-)) (OK, ich habe schonmal ein Licht eingebaut...)
Download: Raum 2.zip
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Punkt 6. Beleuchtung!
Die Neonröhren werden durch Kopien von Instanzen (8) erzeugt.
So kann ich sie sauber über das Steuerlicht steuern!
Das sieht schon recht nett aus, aber irgendwie wird die Decke nicht
mit beleuchtet.
Um die Decke zu beleuchten, habe ich einfach ein Parallellicht ohne
Schatten unter dem Boden angebracht!
Wichtig: "Glanzlicht erzeugen" für diese Lichtquelle deaktivieren!
Download: Raum_3.zip
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Punkt 7. SFX!
Personen, die durch das Bild rennen, müssen in einem Compsitingprogamm
ORDENTLICH freigestellt werden.
Am besten als Einzelbilder mit Alpha (am besten Straight) im
TARGA Format (deutlich Video) im TXT Ordner im passenden Verzeichnis speichern!
Diese Textur wird dann frontal auf eine Ebene gemappt, die an der Position
steht, an der sich die freigestellte Person befand!
Beim Material unter "Farbe" und "Alpha", das erste Einzelbild einladen.
Dann jeweils auf "Bearbeiten" und "Berechnen" anklicken!
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Punkt 8. Probleme mit Chrom und Glas !
Die Spiegelungen von Chrom und die Berechnungen von durchsichtigen
Materialien werden bei Frontalmapping des Hintergrundes nicht ordnungsgemäß
berechnet! Um das zu umgehen, muß zu jedem Objekt die passenden UVW
Koordinaten erzeugt werden!
(Parametrische Objekte > Konvertieren, UVW-Koordinaten Löschen.
Textur mit "Frontal-Mapping" zuweisen.
Textur>UVW-Tag erzeugen
Das hat sogar den Vorteil, daß man sich in der Szene (geringfügig)
bewegen kann.
Bei Flächen, die den sichtbaren Bereich überschreiten, gibt
es dabei einige Probleme. Wenn Cinema damit Probleme hat, muß man
die Flächen einfach unterteilen!
Probleme gibt es ebenfalls, wenn die Objekte ungünstig unterteilt
sind. Wenn es mit Unterteilen nicht funktioniert, kann man die Textur zwar
mit dem "Textur fixieren Tag" annageln, doch das hilft bei Spiegelungen
auch nicht weiter. Also einfach mit den Unterteilungen experimentieren!
Für Spiegelungen evtl. den Hintergrund noch mit einfügen.
Also den Hintergrund aus eine Ebene, die hinter der Kamerasicht den
Raum abschließt.
Seht euch einfach die Demoszene an!
Download: Raum_4.zip
So, jetzt ist es eine Leichtigkeit, die Wände gegen runterlaufende
Buchstaben (MATRIX) auszutauschen.
Einfach die Texturen überblenden oder animieren!
OK, hier gibt es noch mal alles zusammen: Raeume.zip
Und hier noch einige Bilder:
Keller mit Person ! |
Texturüberblendung! |
Ein neuer Boden :-)) |
Party :-)) |
Das Steigerhaus ! |
Steigerhaus unter Wasser ....(blubb) |
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Punkt 9. Probleme:
| Fields |
Das Videomaterial besteht ja je Bild aus jeweils 2 Halbbildern. Cinea4D
kann aber (noch) kein Material mit Fields importieren / bei der Textur
erkennen.
So bleiben nur 2 Möglichkeiten.
Die Halbbilder rausrechnen und mit 50 Bilder/Sekunde arbeiten oder
die Fields entfernen (AfterEffects etc.) |
| Textur Interpolation |
Es kann sein, das das Bild in Cinema durch die Interpolation (MIP)
etwas weich wird. Wenn das Ausgabeformat mit dem Format der Texturen identisch
ist (z.B. PAL) kann die Interpolation auf "Keine" gestellt werden! |
| Linsenverzerrungen |
Die entstehen leider bei der Aufnahme :-((
Entweder ignorieren, Modell umbauen oder mit passenden Filtern (Photoshop)Bilder
optimieren . |
| Mapping |
Siehe Punkt 8. |
| Bildrauschen |
Wer das Bildrauschen behalten möchte, kann ja sein "still / futter"
Video als Textur benutzen! |
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